Musik, Lautstärke, Remmi-Demmi in Kirchengemeinden – eine offene Beschreibung

mag sein, dass die Diskussion in vielen freien Kirchen und Gemeinschaften schon lange vorbei ist und mancher sich gähnend zurücklehnt. Doch Kulturumbrüche hat es immer gegeben und wird es immer geben. Auch in Zukunft. Generationswechsel bringt meist Stil-und Methodenwechsel mit sich, selbst in Wirtschaftsunternehmen und Firmen ist das immer eine sehr kritische Sache.
Allerdings erzählte mir jemand, der ein Bibelseminar besucht, dass in vielen Gemeinden seiner Bewegung diese Diskussion noch voll im Gange ist. Ich denke es muss auch diskutiert werden! In der Apostelgeschichte 15 gab es in der Urgemeinde auch eine heftige Diskussion mit viel Auseinandersetzung. Bis Gott dem Jakobus ein Wort der Weisheit gab und der Streit beigelegt war (Nur für´s erste, denn Leute, die die Bibel lesen, wissen um den Kampf des Apostel Paulus mit den Widersachern). Wenn aber das Diskutieren endlos ist und man keine Kraft und Zeit mehr hat, sich der eigentlichen Aufgabe zu widmen, ist das sehr schlecht.
Vor einiger Zeit schrieb  mir ein lieber, besorgter Bruder einen Brief und ich konnte und kann bis heute sein Anliegen verstehen und gehe nicht leichtfertig über Bedenken und Besorgnis hinweg. Ihn störte die laute Musik und  auch der Stil dieser Musik schon lange und wollte, obwohl schon Jahrzehnte in der Gemeinde, sie nun verlassen, weil es viel zu laut ist.

Die Monokulturen

Auch für mich ist es bedenklich, dass es in vielen Gemeinden nur noch einen Lobpreisstil gibt. Wo sind die Chöre, die Solosänger? Und auch die alten, wertvollen Gemeindelieder, Chroräle usw. werden kaum noch in den Gemeinden gesungen. Das finde ich schade. Die Amerikanisierung oder wie man das immer nennen will – nicht dass ich gegen unsere lieben amerikanischen Glaubengeschwister etwas hätte – hat schon vor Jahrzehnten überall fast alles „plattgemacht“, aber nur fast. Im übrigen gibt es auch in Amerika eine gewisse Rückbesinnung, aber bis die bei uns ankommt …… Ed Stetzer hat hierzu in Christianity Today einen sehr lesenswerten Artikel geschrieben, den alle lesen sollten, die etwas tiefer in die Materie eintauchen wollen: Die Zukunft der Kirchenmusik

Ich persönlich kann beides. Auch finde ich im moderenen Lobpreis keinen falschen Geist oder ähnliches. Wer aufrichtig Gott sucht im Lobpreis und Gebet, dem wird Gott keinen falschen Geist geben!

„…oder wenn sie Euch um einen Fisch bitten, gebt ihr ihnen eine Schlange? Natürlich nicht! Wenn ihr, die ihr Sünder seid, wisst, wie man seien Kindern Gutes tut, wie viel mehr wird euer Vater in den Himmeln denen, die ihn darum bitten, Gutes tun!“

In unserer Gebetstunde, die wir wöchentlich haben, wo meist ältere Leute sind, singen wir hauptsächlich aus unserem alten Gemeindeliederbuch. Parallel dazu haben die jungen Leute ihre Jugendstunde, in der sie auch beten, aber vorrangig in ihrem Lobpreisstil. Wir hatten sie schon mal eingeladen, um gemeinsam zu beten und zu singen, aber das gefiel dann wieder manchen Älteren nicht und das merkten die jungen Leute und zogen sich zurück. An dieser Stelle frage ich mich natürlich. Wer beherzigt das Wort aus Mal 3:24?

„… und er wird das Herz der Väter zu den Söhnen und das Herz der Söhne zu ihren Vätern umkehrten lassen, damit ich nicht komme und das Land mit dem Bann schlage!“

Am wichtigsten ist es natürlich zu erkennen, dass der Feind der Gemeinde Jesu mit aller List und Kraft dabei ist, die Einigkeit zu zerstören oder zu verhindern, dass sie überhaupt entsteht. Denn wenn eine Gemeinde wirklich einig wird im Geiste Jesu, wer kann ihr dann noch widerstehen?

„Der Feind will die Einigkeit der Gemeinden verhindern oder zerstören, wenn sie da ist“

Gewiss ist es manchmal nötig, dass alte Gemeinden aussterben, dass es zu Trennungen kommt und Gott seinen Wein in neue Schläuche füllen kann, um die Verlorenen zu retten, weil die alten in ihrer Art einfach nicht mehr die Menschen erreichen. Welch ein Triumph wäre es aber, wenn es eine Möglichkeit gäbe, dass die Jungen mit den Alten Gott loben! Ob dies möglich sein wird, hängt davon ab, wie nah unsere Herzen bei Jesus sind, der die Verlorenen sucht. Ein bekannter Evangelist hat vor vielen Jahren etwas gesagt, Worüber ich sehr nachdenken musste: Die Kirche ist immer versucht die Asche zu bewahren, aber das Feuer zu vernachlässigen.

„Das Feuer muss bewahrt werden und nicht die Asche!“

Umgekehrt sind auch Gemeindeströmungen auf Moden und Methoden reingefallen, die in die Irre führten. Dies wird dann sichtbar, wenn Irrlehren um sich greifen und es nicht mehr um Jesus geht, sondern um Machtmenschen, die einfältige Leute verführen hinter sich selbst her. Doch uns muss es um Jesus und sein Evangelium gehen, dass es die Menschen unserer Zeit und Gesellschaft hören.

Hier einige schöne Beispiele für Lobpreis:

Aufrichtiger Kinderlobpreis

Cathy Hermandez mit dem Saxophon

Hier nun meine Antwort an den Bruder in Christus:

Eine Antwort

Mein lieber Bruder in Christus,
……….Bezüglich der Dezibelwerte bin ich allerdings fest überzeugt, dass in früherer Zeit, als Bruder XY predigte und alle aus voller Kehle mitsangen, mit klatschten und laut zu Gott riefen kein geringerer Wert erreicht wurde. Auch damals gab es viele Kritiker, die das laute Lobpreisen und Klatschen aufs Heftigste kritisierten! Allerdings: Wenn man selbst mitmacht und laut jubelt, merkt man das aber gar nicht.

Landsknechtlieder, Gassenhauer, Orgel, Schlagtrommel, Posaune … Remmi-Demmi ….

Was den Vergleich mit dem Remmi Demmi einer Disko anbetrifft, möchte ich Dich fragen. Warst Du schon mal in einer Disco? Wenn „ja“, so weißt Du, dass man das nicht vergleichen kann, wenn „nein“, warum der Vergleich?
Deine Kritik bzgl. Lobpreis: Wie stellst Du Dir denn den Lobpreis in der Bibel und besonders in den Psalmen vor? Wie stellst Du Dir „Jauchzen“ vor? Ich erübrige mir, die zahllosen Bibelstellen aufzuzählen. Schau selbst nach und dann fang an zu jubeln und zu jauchzen, wegen Gottes Heil, wegen seiner Liebe und Größe und wenn die Heilsfreude Dich so recht ergreift, betrachte Dich mal selbst. Wenn Du das allerdings nicht kennst, ist es höchste Zeit, es kennen zu lernen.
Was die Technik anbetrifft, ja, sie ist oft nicht optimal aufeinander abgestimmt und müsste wesentlich verbessert werden. Allerdings die Technik generell abzulehnen ist falsch. Du benutzt die Technik ja auch an vielen Stellen.
Ein bisschen Nachlesen in der Geschichte bringt zu Tage, welchen Aufstand es gab, als das „Teufelszeug“ Orgel“ in den Gottesdienst eingeführt wurde? (Denke daran, wie laut eine Orgel in einer Kirche klingt und welche schrillen Töne sie macht!). Oder als Luther es wagte, ein Landsknechtlied, ein Schlachtenlied (!) umzutexten in „Ein feste Burg ist unser Gott“, wie wurde in manchen frommen Kreise darüber gelästert? Welch einen Aufstand gab es, als die Heilsarmee Posaune und Schlagtrommel in den Gottesdienst integrierte? Oder wie haben manche Geschwister geschimpft, als man es wagte die Gitarre rhythmisch zu schlagen „wie die Welt“? Ganz zu schweigen vom Schlagzeug und von den elektronischen Instrumenten?
Wir haben uns als Gemeinde aufgemacht, den Gottesdienst zeitgemäß zu gestalten, um die Menschen dieser Zeit zu erreichen, denn das ist unser Auftrag! Der vorrangige Befehl Jesu an die Gemeinde ist es, die Menschen der jeweiligen Zeit zu erreichen. Insbesondere jüngere Menschen werden wir heute nicht mehr mit den Liedern und der Wortwahl von früher erreichen. Paulus wollte dem Juden ein Jude und dem Griechen ein Grieche sein. Wir haben diesen Weg nicht eingeschlagen, um Geschwister zu ärgern oder aus Rebellion gegen Gott und um uns dem Zeitgeist zu unterwerfen, sondern um auf allerlei Weise Menschen zu gewinnen, jedoch fern von Sünde. Und darin sind wir noch sehr, sehr schlecht! Andere Gemeinden, die wesentlich kompromissloser auf die jungen Leute zugehen, sind da viel erfolgreicher. Übrigens, sind es meist junge Menschen, die offen sind für das Evangelium und sich bekehren.
Dass Du und auch verschiedene andere Geschwister diese Motivation nicht verstanden haben, tut mir im Herzen weh. Aber bitte, dann zeigt mir doch, wie man es besser machen kann! Nur rumnörgeln kann keine Lösung sein. Ich meine das ernst, bitte zeigt mir wie es richtig geht!
Wir haben uns auch immer bemüht, altes mit hineinzunehmen, um auch die älteren Geschwister zu ehren. Doch frage ich mich, wo die Retterliebe bleibt, wenn es einem lediglich darum geht, den eigenen Frömmigkeitsstil zu konservieren und man nicht bereit ist, mit großem Verlangen der heutigen Generation zu dienen. Wo ist da die Selbstverleugnung und rettende Liebe der Geschwister, die schon jahrelang auf dem Weg sind, was konnte Gott in ihnen an Hingabe und Selbstaufgabe bewirken?

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