Was ist erlaubt?

Was ist einem Christen erlaubt und was nicht?

Weltweit, „konfessions-„ und „denominationsweit“ gibt es die unterschiedlichsten Vorstellungen über das, was Christen dürfen und was sie nicht dürfen. Leider ist manches aus einer tragischen Vermischung von Alten und Neuen Testament entstanden bzw. aus Traditionen und Neuen Testament. Dies ist umso tragischer, als dabei das negative geistliche Prinzip der Vermischung angewandt wird, welches eigentlich untersagt ist!

Meine Satzungen sollt ihr beobachten. Dein Vieh von zweierlei Art sollst du sich nicht begatten lassen; dein Feld sollst du nicht mit zweierlei Samen besäen, und ein Kleid, aus zweierlei Stoff gewebt, soll nicht auf dich kommen.

(3. Mose 19:19)

Schauen wir vorbehaltlos in das Neue Testament, so sehen wir, dass dort sehr wenige Verbote aufgeführt werden. In Apostelgeschichte 15 lesen wir:

„ Deshalb urteile ich, dass man diejenigen, welche sich von den Nationen zu Gott bekehren, nicht beunruhige, sondern ihnen schreibe, dass sie sich enthalten von den Verunreinigungen der Götzen und von der Hurerei und vom Erstickten und vom Blute.“

Bei Paulus lesen wir wie die Kleidung von Frauen beschaffen sein soll und dies gilt ohne Zweifel in gleicher Weise auch für Männer:

„Gleicherweise ihr Weiber, seid euren eigenen Männern unterwürfig, auf dass, wenn auch etliche dem Worte nicht gehorchen, sie durch den Wandel der Weiber ohne Wort mögen gewonnen werden, indem sie euren in Furcht keuschen Wandel angeschaut haben; deren Schmuck nicht der auswändige sei durch Flechten der Haare und Umhängen von Gold oder Anziehen von Kleidern, sondern der verborgene Mensch des Herzens in dem unverweslichen Schmuck des sanften und stillen Geistes, welcher vor Gott sehr köstlich ist. Denn also schmückten sich auch einst die heiligen Weiber, die ihre Hoffnung auf Gott setzten, indem sie ihren eigenen Männern unterwürfig waren: Wie Sara dem Abraham gehorchte und ihn Herr nannte, deren Kinder ihr geworden seid, wenn ihr Gutes tut und keinerlei Schrecken fürchtet.“

Die Stellen zeigen eindeutig, dass es, was diese Dinge betrifft, um die geistliche Haltung handelt, die die innere Einstellung dokumentieren sollte. Leider wurden diese Worte sowohl nach links als auch nach rechts übertreten. Es wurde z.B. verboten Schmuck und schöne Kleider zu tragen, obwohl doch gewiss in alter Zeit Sarah und die Frauen, auf welche hingewiesen wird, auch Schmuck und hübsche Kleider trugen; nur sie setzen ihr Vertrauen nicht darauf. Ihr wahrer Schmuck war der innere Mensch!

Es wurden daraus Kleidervorschriften für Gemeinden gemacht, wodurch man sich von der „Welt“, also den anderen Menschen absonderte; man wollte sich ja von der Welt unterscheiden, hat dadurch aber oft genug eine Mauer geschaffen und hat sich später gewundert, warum außer einigen eigenen Kindern kaum noch jemand erreichbar für das Evangelium war, welches man verkündete. Es hat schon einen tiefen Sinn, warum es dem Heiligen Geist gefallen hat, den Christen aus den Nationen nichts anderes aufzuerlegen. Wie sonst hätte das Evangelium seinen grandiosen Siegeszug über alle Kultur- und Tradionsgrenzen hinweg vollbringen können? Es hätte sich nie vom Judentum lösen und die „Enden der Welt“ erreichen können.

Leider schafften es Erweckungsbewegungen immer wieder eigene, für sich getrennte Frömmigkeitsstile festzuschreiben und verloren ihre erste Liebe und Kraft. Sie, die im Heiligen Geist begonnen hatten, endeten im Fleisch.

Mit wie vielen Verboten und Richtlinien belasten sich oft die Christen und, was noch schlimmer ist, belasten und verurteilen auch andere? Es werden Vorschriften gemacht, die die ganze Lebensführung abdecken. Viele derer, die unter diesen Vorschriften leben, verlieren aber die erste Freude und Liebe, da sie dadurch denken durch das Halten von Vorschriften, Gott wohlgefälliger zu sein. Viele verfolgen die Gesetze aber nicht aus wirklicher innerer Überzeugung, sondern nur als Gesetzeswerk, oder um dazu zugehören, um nicht ausgeschlossen zu werden usw.

Eigene Frömmigkeit ist aber Götzendienst. Sie hat nicht die anderen Menschen im Blick, die auf allerlei Weise gerettet werden müssen, indem man allen alles wird, um nur einige zu retten, sondern sie bespiegelt sich ständig selbst und führt zu geistlichem Hochmut.

Ohne die ganze, endlose Litanei an toten Werken aufzuzählen, kann man mit Fug und Recht sagen, dass man das, was man vor Gott tun oder unterlassen will, in Liebe und Aufblick zu Gott tun sollte, ohne den Anderen zu richten und ohne sich dabei irgendetwas einzubilden. Dies ist freilich die hohe Schule, in der wir Christen uns befinden, in der wir dazu aufgefordert sind einander höher zu achten als uns selbst.

Natürlich kann man auch „auf der anderen Seite vom Pferd fallen“, indem man die Freiheit zum Deckmantel der eigenen Bosheit benutzt, sich dem fleischlichen Eigenleben hingibt und damit ins Verderben geht. Das „jaget nach dem Frieden mit jedermann und der Heiligung“ zeigt dem Christen, in welche Richtung sein Weg führt. Heiligung kann auch übersetzt werden mit Hingabe an Gott.

Besser als der Apostel Paulus es gesagt hat, kann ich es nicht und deshalb möchte ich seine Worte aus dem Brief an die Galater (Kap.5) hier einfügen:

„Denn ihr seid zur Freiheit berufen worden, Brüder; allein gebrauchet nicht die Freiheit zu einem Anlass für das Fleisch, sondern durch die Liebe dienet einander. Denn das ganze Gesetz ist in einem Worte erfüllt, in dem: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“. Wenn ihr aber einander beißet und fresset, so sehet zu, dass ihr nicht voneinander verzehrt werdet. Ich sage aber: Wandelt im Geiste, und ihr werdet die Lust des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch gelüstet wider den Geist, der Geist aber wider das Fleisch; diese aber sind einander entgegengesetzt, auf dass ihr nicht das tuet, was ihr wollt. Wenn ihr aber durch den Geist geleitet werdet, so seid ihr nicht unter Gesetz. Offenbar aber sind die Werke des Fleisches, welche sind: Hurerei, Unreinigkeit, Ausschweifung, Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Hader, Eifersucht, Zorn, Zank, Zwietracht, Sekten, Neid, Totschlag, Trunkenheit, Gelage und dergleichen, von denen ich euch vorhersage, gleichwie ich auch vorhergesagt habe, dass, die solches tun, das Reich Gottes nicht ererben werden. Die Frucht des Geistes aber ist: Liebe, Freude, Friede Langmut, Freundlichkeit, Gütigkeit, Treue, Sanftmut, Enthaltsamkeit; wider solche gibt es kein Gesetz. Die aber des Christus sind, haben das Fleisch gekreuzigt samt den Leidenschaften und Lüsten. Wenn wir durch den Geist leben, so lasst uns auch durch den Geist wandeln.Lasst uns nicht eitler Ehre geizig sein, indem wir einander herausfordern, einander beneiden.

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