An die Schmerzen der beschnittenen Kinder denkt ihr. Wer aber denkt an die im Mutterleib Getöteten?

Welch eine Heuchelei! Da diskutieren hochintelligente, gebildete Persönlichkeiten in den Medien und den Talkshows über die Zulässigkeit der Beschneidung von Kindern – vorrangig natürlich von Jungen (die Beschneidung von Mädchen ist wohl eindeutig verwerflich, da gibt’s nichts zu diskutieren!) – und erhitzen sich über die traumatischen Schäden, die den Kleinen durch diesen schweren Eingriff zugefügt werden und sich tief im Unterbewussten das ganze Leben hindurch negativ auswirken werden – so lautet wenigstens der Vorwurf. Sie weisen aber mit keinem Wort auf die „Brüder und Schwestern“ jener Kinder hin, jene kleinen Würmchen, die nur eine kurze Zeit zuvor im Mutterleib umgebracht werden, weil hier eigentümlicherweise das „Recht der Mutter“ dem Recht auf die Unversehrtheit des Menschen vorgezogen. Überraschenderweise kommen diese sich aufs äußerste widersprechenden Ansichten oft aus der gleichen ideologischen Ecke!
Doch welch ein krasser Widerspruch, welche schitsoide Haltung offenbart sich hier? Dies scheint weder der großen Medienwelt aufzufallen, noch den Kirchen, noch der breiten Öffentlichkeit. Zu sehr haben wir einen Wertezerfall mitgemacht, und zwar freiwillig. Diesmal nicht durch eine braune oder rote Zwangspropaganda, sondern streng demokratisch. Damals haben einige wenige die Verfälschung der Werte erkannt. Bonhoeffer, die Geschwister Scholl und auch manche Ungenannte. Mit Entschiedenheit leisteten sie Widerstand und bezahlten mit ihrem Leben. Für die breite Mehrheit der Bevölkerung waren sie Sonderlinge … und wer hätte damals gedacht, dass sich das Blatt einmal gänzlich wenden würde?
Wer ist aber heute da, der den Mut aufbringt und z.B. bei der Bundestagsdebatte ein großes Transparent aufrollt, wo drauf geschrieben steht:
An die Schmerzen der beschnittenen Kinder denkt ihr. Wer aber denkt an die im Mutterleib Getöteten?

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