„Lebenswert – Lebensunwert“

Ein Geheimbefehl Hitlers bei Kriegsausbruch am 1. September 1939 lautete wie folgt:
„Reichsleiter Bouhler und Dr. med. Brandt sind unter Verantwortung beauftragt, die Befugnisse namentlich zu bestimmender Ärzte zu erweitern, dass nach menschlichem Ermessen unheilbar Kranken bei kritischer Bewertung ihres Krankheitszustandes der Gnadentod gewährt werden kann.“
Nicht lange danach verschwanden aus Pflegeheimen Schizophrene, Epileptiker, senil Erkrankte, Gelähmte, Schwachsinnige jeglicher Ursache, seit 5 Jahren dauernd in Anstalten sich befindende Menschen usw.. Diese waren zuvor in Meldebögen vom Reichsinnenministerium aus „rein statistischen“ Gründen erfasst worden. Das braune Euthanasieprogramm war angelaufen und das Deutsche Volk sollte von seinem „Ballast“ befreit werden, um dann für die Zukunft ein genetisch und rassisch gereinigtes Volk zu sein. Die Öffentlichkeit bekam von dieser Aktion, die viele Tausende betraf zunächst nichts mit. Die Angehörigen erhielten 14 Tage nach Einäscherung ihrer Verwandten den Bescheid, dass diese durch eine ersthafte Erkrankung bedingt verstorben seien. Ob das Wissen um diese Vorgänge die Mehrheit der Bevölkerung  aus der hypnotischen Trance aufgeweckt und aufgeschreckt hätte, wage ich zu bezweifeln. Es waren relativ wenige, die den Geist der dahinter stand durchschauten und es wagten Widerstand zu leisten.
„Pastor Fritz“ der Leiter der Anstalten stellte sich in dieser Zeit mit großer Entschlossenheit aber auch weitsichtiger Klugheit, vor seine ihm Anbefohlenen, den Patienten von Bethel, der weltweit bekannten christlichen Anstalt, der Heimat für viele, die in der Gesellschaft und auch in den Familien keine Heimat mehr fanden.
Es ist beeindruckend zu lesen, wie Bodelschwingh die Nazigrößen Brandt und Bouhler nach Bethel einlud und sie umstimmte, sodass sie wenigstens Bethel nicht anzurühren versprachen, wenn auch nur nicht vor Kriegsende.
Besonders beeindruckend war die Unterredung mit Dr. Brandt. In dem Buch „Der Einsame von Bethel, S.209″ ist zu lesen: Die Stunden fielen … Brandts Einwände wurden immer schwächer, immer mutloser, und schließlich rang der große Christ ihn völlig nieder … Schließlich habe Brandt erschüttert und mit tief gesenktem Kopf gesessen.“
Um den Bezug zur heutigen Zeit zu verstehen, müssen wir uns die Person Brandts anschauen. In demselben Buch ist zu lesen (sinngemäß): Brandt war kein fanatischer SS-Arzt, er gehorchte auch nicht aus reinem Gehorsam dem Führerbefehl gegenüber. Er war zur Bejahung der Euthanasie durch das Studium Platos gekommen und er rechtfertigte sie aus seiner Ideologie heraus, er war der rein biologisch-wissenschaftlichen Medizin verhaftet.
Damals wollte eine nationalsozialistische Clique die „Kranken und Unwerten“ aus dem Volk ausmerzen, indem sie ihnen den „Gnadentod gewährten“. Die vom Darwinismus beeinflusste Wissenschaft wurde zum Handlanger dieser Ideologie. In der heutigen Zeit bekommen wir durch die Wissenschaft Mittel in die Hand gelegt, mit denen wir uns der Kranken und Unerwünschten schon vor ihrer Geburt entledigen können. Die Euthanasie ist in vollem Gange. Die Öffentlichkeit weiß es zwar, scheint aber völlig ungerührt zu sein. Auch jetzt sind es wenige, die sich dem Zeitgeist widersetzen.  Darüber wird jeder selbst die Verantwortung übernehmen müssen, vor dem, „der richten wird, die Lebenden und die Toten“. Heute ist es der von jeder christlichen Wurzel losgelöste Egoismus. Er ist in der Hauptsache die Ideologie, der sich die Wissenschaft angedient hat zugunsten des „freien, selbstbestimmten“ Menschen, der losgelöst von Gewissensfesseln all das machen kann, was seiner Selbstverwirklichung dient und all das beseitigen will, was ihn daran hindert.
Dass sich Einzelne gegen diesen Strom der Heillosigkeit stemmen und z.B. für das Leben ihrer in den Augen mancher Mitmenschen lebensunwerten Kinder entscheiden, zeigt folgendes herzergreifende Video und zeigt aber nicht nur den Mut und die Liebe einer fast verzweifelten, jungen Mutter, sondern auch den Einfluss mutmachender aber auch entmutigender Mitmenschen. Doch siegte hier die Festigkeit und Beständigkeit der Mutter in ihrer Liebe zu ihrem schwerst behinderten Kinde.
Link zum Video:
www.godvine.com/Mother-s-Inspiring-Video-About-her-Blind-Baby-Boy-1484.html?fwcc=1&fwcl=1&fwl

oder bei youtube: http://www.youtube.com/watch?v=dpIzCJCEo5U

Sehr ergreifend sind auch die Kommentare von ähnlich Betroffenen, die teilweise auch hätten abgetrieben werden sollen und nun schon im Erwachsenenalter sind.

Sie zeigen, dass die Entscheidung der Mutter richtig war und die Liebe und Treue auch im weiteren Leben hindurchgetragen hat.

Wer ihn noch nicht kennt – aber eigentlich sollte jeder ihn kennen – : Nick Vujicic

Literatur: Der Einsame von Bethel, Kurt Pergande, Siebenstern-Verlag, Hamburg

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