Das Netz

Das Netz  – Angst davor?
(Einige – lange nicht vollständige- Gedanken zum Thema: Internet)
in der Tat hat das Internet mit all seinen sozialen Netzen die Welt in drastischer Weise verändert, man könnte auch sagen eingesponnen. Und doch behaupte ich: Es hat sie nicht verändert! Nicht wirklich, nicht wesentlich!

Bruce Sterling beschreibt in der FAZ ein auf den ersten Blick verblüffendes Beispiel:
Der von ihm geschätzte Physiker alten Schlages  Richard Feynman löst ein Problem auf folgende Weise:
Er schreibt das Problem auf. Denkt scharf darüber nach. Dann schreibt er die Lösung auf.

Sein Alterego neueren Typs geht mit dem Problem so vor: Er gibt es in eine Suchmaschine ein, formuliert es in seinem Blog, tweetet es an seine Freunde ..  nutzt youtube usw., so, dass er sein Problem quelloffen macht und zu guter Letzt kann er auch noch einen Apparat bauen und so tun als hätte er es gelöst, veröffentlicht diesen und hofft darauf, dass andere ihn nachbauen und ein Feedback geben. Ach ja,  Flickr steht auch noch zur Verfügung mit seinem Foto-Archiv. Vielleicht hat sich ja in der Vergangenheit jemand damit auseinander gesetzt?
Doch damit – so sagt der erste Freyman – ist das Problem keineswegs gelöst …. Aber – so sagt er zweite – er hat eine Menge über die Bedeutung seines Problems und seine soziale Relevanz erfahren.

In seinen weiteren Ausführungen wälzt sich der Autor um das Problem der Gleichzeitigkeit und kommt letztlich zum Schluss, den ich mit den Worten eines Mannes formuliere, der vor langer Zeit gelebt hat und sehr, sehr weise war: Nichts Neues ist unter Sonne!“
Frank Schirrmacher auch FAZ beschäftigt sich sehr intensiv mit dem Internet und seinen Folgen. Er spricht gar von der Auswanderung des Geistes aus dem Kopf des Menschen in die „cloud“ des Internets. Die Algorithmen würden, wenn ich ihn richtig verstanden habe – seine Gedanken sind echt kompliziert -, sich quasi verselbständigen und durch die Gleichzeitigkeit des Wissens zu einer eigenen Universalintelligenz werden. Bedrohliche Aussichten?

Was Sterlings Aussagen anbetrifft ist es doch so: Die Wissenschaftler haben auch in früheren Zeiten ähnlich gearbeitet: Sie sind auf Kongressen zusammengekommen, haben ihre neuesten Erkenntnisse getauscht, haben ihre Probleme öffentlich gemacht – wenn die Fürsten es erlaubten, was betreffs der Herstellung von Gold, neuen Waffen und einigen anderen hochgeheimen Dingen natürlich nicht geschah. Und dennoch gelang diese Geheimhaltung auf Dauer nicht. Neue Techniken und Fertigkeiten fanden ihren Weg hinaus in die weite Welt.
Handwerkergesellen brachten sie in ihren Wanderjahren in andere Länder und brachten neue Kenntnisse zurück in die Heimat?
Der Austausch geht heute natürlich viel, viel schneller. Aber was ist Zeit? Bei dir Herr sind 1000 Jahre wie ein Tag, ein Tag wie eine Wache in der Nacht! Und Einstein hat mathematisch bewiesen: Zeit ist relativ!

Algorithmen, laut Wikipedia  Lösungsverfahren,  genau definierte Handlungsvorschriften zur Lösung von  Problemen in endlich vielen Schritten, hatten schon immer die Tendenz auszuwandern. Von der Erfindung des Rades über das Schießpulver, Atombombe bis hin zum Internet. Da halfen keine Patentrechte und keine Grenzen. Es ging nur sehr langsam. Aber sie wurden Allgemeingut!

Ich behaupte, dass sich durch den technischen Fortschritt sehr viel geändert hat, aber das Wesentliche, das wirklich Bedeutende eben nicht! Hunger und Krieg gibt es heute mehr als früher, Sklaverei ebenfalls, in ganz übler Weise! Und sind wir nicht alle Sklaven der Großkonzerne, finanzieren sie durch unseren Konsum … Die Grenzsperren der Raubritter, die früher überall im Land herumstanden, sind keineswegs verschwunden, sondern befinden sich heute an anderer Stelle, um Arme ärmer zu machen und Reiche reicher! Kaum jemand in den Medien kümmert sich um echte Ursachenforschung! Kriege, Versklavung ihre Ursache hat der Apostel Jakobus in seinem Brief deutlich lokalisiert: Jak. 4:1: Woher kommen Kriege, und woher kommen Streitigkeiten unter euch? Kommen sie nicht von den Lüsten, die in euren Gliedern streiten? Ihr seid begehrlich und habt nicht, ihr mordet und eifert und könnt es doch nicht erlangen; ihr streitet und kriegt. Ihr erlanget es nicht, weil ihr nicht bittet; ihr bittet und bekommt es nicht, weil ihr übel bittet, um es mit euren Wollüsten zu verzehren.“ Klingt in den Ohren des modernen Menschen fremdartig, aber trifft den Kern! Es ist einfach die Wahrheit.

Und Sklaverei? Sklaven der Laster und Leidenschaft werden auch nicht durch moderne Psychologie, Medizin, Psychiatrie  frei! Wohl gemerkt, ich bin froh über meinen Zahnarzt, über die Kopfschmerztablette über viele Errungenschaften der Medizin und Technik und danke Gott dafür. Aber halten wir fest, der Mensch ist nicht wirklich freier geworden. Gewiss in der so genannten 1.Welt scheint es so als sei das Leben komfortabler, besser, gerechter geworden, aber keineswegs für alle und global gesehen stimmt dies schon gar nicht? Die grosse Illusion zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als könne man die Welt nun durch Technik und Fortschritt in eine glorreiche Zukunft führen, ist fürchterlich enttäuscht worden. Die Weltkriege und Weltrevolutionen haben unendlich viele Opfer gefordert und fordern sie noch. Und auch in unserer Gesellschaft gibt keine Lobby für die aller Wehrlosesten, die Ungeborenen, die kaum gezeugt in ihren ersten Tagen, Wochen und Monaten einfach abgetrieben werden und damit in vielen Fällen auf dem Altar der Götzen Wohlleben und Selbstverwirklichung geopfert werden.

Und das Internet, mit Facebook, Twitter, Flickr ….? Gut, heute ist dadurch der ganze Erdball näher zusammen gerückt. Dafür hatten die Menschen früher dünnere Wände mussten sich mehr gegenseitig helfen und erfuhren, die  für sie in ihrem Umkreis wichtigen Informationen relativ schnell und direkt. Ihr Dorf war ihr Dorf. Für manchen von uns ist vielleicht die Welt sein Dorf.
Und der Datenschutz?  Google, CIA..? Welches Informationssystem hat jemals das der katholischen Ohrenbeichte erreicht? Und wehe wer nicht regelmäßig dorthin ging. Bis zur Reformation wusste jeder Ortspriester, was bis in die Schlafzimmern hinein geschah und wie viel jeder zu vererben hatte aus zweier, dreier und mehrerer Zeugen Mund. Die wichtigen Dinge wusste dann bald dezidiert der Bischoff. Umfassenderes Wissen bei höchst intelligenter Filterung ist wohl kaum möglich!
Im Übrigen weiß in dörflichen Gesellschaften so wie so jeder alles von jedem. Viele sind  aus dieser Enge in die Städte geflohen und manche haben dann später über ihre Einsamkeit und Anonymität geklagt. Was ist nun besser?
Ok. Was die Veränderung der Welt durch Technik anbetrifft, fällt  sofort die Zunahme an Mobilität auf. Schon beim Siegeszug der Eisenbahn entstand eine Unzahl von Abhandlungen, die prognostizierte, was alles durch diese Errungenschaft hervorgerufen würde! Das Spektrum reichte von enthusiastisch, positiv – Lösung der Weltprobleme! – bis hin zu  pessimistisch: Durch den schnellen Ortswechsel, den die Menschen nicht verkraften würden, käme es zu erheblich psychischen Problemen!
Alles Schnee von gestern, keiner interessiert sich mehr dafür. Die wesentlichen Probleme des Menschen wurden nicht, auch nur ansatzweise gelöst! Vielleicht wurde manches eher schlimmer. Interessant nur, dass Gott in seinem Buch der Zukunft, nämlich der Offenbarung nichts darüber schreibt! Hat er das alles nicht gewusst? Er hat es! Doch für ein Leben mit oder ohne Gott ist das alles von geringer Bedeutung. Durch das Internet wird viel Müll und werden viele Versuchungen nahe an den Nutzer herangebracht – modern ausgedrückt: „einen Klick weit“, doch gab es auch das schon immer! Möglicherweise nur eine Tür weit! Vielleicht war die Beeinflussung nicht so massiv, aber doch heißt es schon vor 2000 Jahren, dass die Welt im Argen liegt! Heile Welt gibt es erst, wenn Jesus regiert und auch dann bedarf es der Blätter vom Baum des Lebens!
Natürlich könnte das Internet auch so etwas wie das „sprechende Bild“ des Antichristen sein – wie man es schon nicht ganz zu unrecht vom Fernseher gesagt hat. Aber ob es sich beim „redenden Bild“ um ein magisches Wunderwerk oder um ein technisches Ding handelt. Entscheidend ist und wird sein, wie jeder persönlich mit seinem Gott lebt. In Aufrichtigkeit und enger Beziehung. „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun.“ Jo 15:5
Das Netz können und sollten wir nutzen, so wie wir viele Errungenschaften der Technik selbstverständlich nutzen. Echte Gemeinschaft kann aber nicht durch das Netz ersetzt werden und echte Gemeinschaft mit Gott und mit Glaubensgeschwistern in Familie und Gemeinde ist unbedingt nötigt, um nicht in irgendeinem Spinnennetz gefangen und dort ausgesogen zu werden.

Die Gefahr sich in virtuelle Räume zu flüchten ist sicher vorhanden, ob es der Roman ist, die Filmwelt, moderne Märchen, mit denen man zeitweise der Wirklichkeit zu entrinnen sucht oder digitale Virtualitäten (Neudefinition?). Schon Paulus der Völkerapostel warnte davor, dass man sich von der gesunden Lehre abwenden werde, hin zu Fabeln und Märchen, dem eben, wonach einem die Ohren (und die Augen) jucken.
Doch wollen wir uns nicht „grauen lassen“. Der Feind steht vor der Tür, um mit den Worten von Corrie ten Boom zu reden, aber schicken wir Jesus hin, der wird mit ihm fertig!

Gernot

Ein Gedanke zu „Das Netz

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