Burnout

…was ich früher nie für möglich gehalten habe : In letzter Zeit habe ich so etwas wie einen Burnout erlebt.  Es erfassten mich depressive Gedanken und Gefühle, die mich an den Rand meiner Kraft gebracht haben. Und das war auch gut so! Warum? Das später!

Nun arbeite ich ja in einem Berufsfeld, das zunehmend mehr Nervenstärke und Kraft verlangt! Hauptschullehrer und dazu noch in einer – ja man kann schon sagen – Brennpunktschule. Dann auch noch mit in der Schulleitung, von der in letzter Zeit immer mehr Administratorisches, Organisatorisches und Pädagogisches verlangt wird und das ohne echten Ausgleich.

Das andere Feld: Mitverantwortlicher in einer Freien Gemeinde, in der auch so manches Süße aber auch Bittere zu schlucken war.

Nun ja, ich will nicht so sehr ins Detail der beiden Bereiche gehen. Lapidar hab´ich dann manchmal gesagt: Der Fliesenleger kriegt´s nach über 30 Jahren eben an den Knien, der Lehrer und auch der Pastor eben an den Nerven.

Doch nun zu meinem überraschenden Schluss: “ am Rande meiner Kräfte, und das war auch gut so!“

Ja, es war so, dass es mich näher zu Gott gebracht hat!

Folgende Aussagen sind mir in dieser Zeit wesentlich deutlicher geworden:

„Jesus ist gekommen, um Sünder zu rufen und nicht Gerechte!“

„Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich werde euch erquicken!“

„Aus eigener Kraft können wir gar nichts tun, wir brauchen Gottes Kraft, und die ist in den Schwachen mächtig!“

„Aus Gnade werden wir gerettet und nicht durch unsere Verdienste!“

„Für die Kranken ist Jesus gekommen und nicht für die Gesunden, die brauchen keinen Arzt!“

In der Zeit, als die Depressionen am strärksten und die Kämpfe am heißesten waren, war mir Gott am nächsten! Durch eine halbjährige Krankheitszeit (Schul- und auch Gemeindeverantwortung habe ich niedergelegt), konnte ich auch meine Glaubensfundamente neu von Gott stärken lassen. In dieser Zeit habe ich viel geweint. Oft wurde ich von Gottes Treue und Liebe angerührt. Ich weiß wirklich, dass es alleine Seine Güte ist, die mich hält und trägt.

Vergessen wir das nie! Jesus hat am Ende einer Lehre über enge Pforte und Vergebung zu den Jüngern gesagt, dass selbst, dann, wenn ihnen alles gelingen würde, was ihnen auf getragen wurde, sie sagen (und denken!) sollen: Wir sind ja nur „unnütze Knechte“! Heißt soviel wie: Wir sind nicht die Macher, die auf andere als Looser herabblicken! Wir sind nicht die Helden, die wir vielleicht gerne wären! Wir brauchen keine Imagepflege zu betreiben, welches Götzendienst wäre, sondern wir sind Kinder des Königs der Liebe und Gnade!

Nirgendwo hat Jesus die Sünde verharmlost, aber er hat am Kreuz seine Arme weit für die Sünder ausgebreitet, um sie zu sich zu ziehen und zu heilen.

Der Feind der Seele will, dass wir den Blick von Jesus wegwenden, indem wir in Ihm einen harten Herrn sehen. Er will uns Gottes Liebe und Treue madig machen, in dem er uns unsere Unfähigkeit immer wieder zeigt und einflüstert: Du bist es nicht wert! Du hast versagt!

Glauben wir Satan keinen Augenblick! Ja natürlich sind wir  nur „unnütze Knechte“, aber Jesus liebt uns! Wir sind seine Kinder!

Ein weiterer Aspekt noch:

Viele Leiter, besonders auch Pastoren, Missionare, Evangelisten usw. werden vom Jagen nach Erfolg zerrieben. Sie sollen „Resultate“ erbringen: Pastor, glühender Redner, weiser Lehrer, Gemeindemanager, Organisator, hervorragender Ehemann und Familienvater ………und viele bleiben dabei auf der Strecke?! Lassen wir ihnen Zeit immer wieder in Christus verwurzelt zu werden. Beten wir füreinander. Heben wir „heilige Hände auf ohne Zorn und Zweifel!“, dann werden die Leiter auch nicht so schnell „ausbrennen“,  und wenn es geschieht  werden sie neue Kraft bekommen. Wo erhalten wir neue Kraft? Wir alle! Jesus hat das Beispiel von der erhöhten Schlange in der Wüste gegeben. Alle, die auf diese Schlange blickten, wurden geheilt! Jesus anblicken heilt! Doch dazu bedarf es Zeit! Jesus zog sich zurück, um mit dem Vater Gemeinschaft zu haben. Die Väter der Christenheit kannten auch solche Orte und Zeiten. Ich meine nicht Seminare, in denen ein Vortrag den anderen jagt, auch nicht Familienfreizeiten oder Urlaub mit Siteseeing und Zerstreuung, sondern wirklich Zeiten und Orte der Stille und Ruhe, wo man – wie es im alten Sprachgebrauch heißt – Gottes Angesicht sucht!  Für uns „action-people“ der heutigen Zeit gar nicht so leicht, aber heilsnotwendig! Ein Baum, der seine Wurzeln nicht tief ins Erdreich, am besten „in den Felsen“ wachsen lassen kann, wird schnell umgeworfen, vertrocknet!

Solche Zeiten, sind auch Zeiten der Reinigung – manchmal des Gebetskampfes -. Aber der Lobpreis, der hernach aufsteigt, ist nicht zu vergleichen mit einem oberflächlichen Lippenbekenntnis, sondern kommt aus der Tiefe des Herzens aus der Begegnung mit Gott.

Dann sagen und bekennen wir wieder neu: Was wir gesehen und gehört, was wir mit unseren Händen betastet haben, das verkünden wir euch!

Ein Gedanke zu „Burnout

  1. Lieber Gernot!
    Vielen Dank für den Artikel/Post.
    Mit Mühe mal davon abgesehen, dass Du wunderschön schreibst, Motive führst und „rund“ bleibst…
    DAS IST ALLES SO WAHR – AMEN!
    Danke! Für jedes Mit-teilen!!
    Du bist er-greifend auf-richtig. Muss mal wieder geschrieben werden.
    Es gibt die Zeilen
    „Du lässt mich in die Tiefe gehen / damit ich sehe wer ich bin //
    doch läßt Du Herr mich dort nicht stehen / Du ziehst mich wieder zu Dir hin“
    Nur das der „Trip“ wehtut, schmerzhaft ist – es sind ja auch eigentlich nur selbstbedingte Umstände – mensch hat ja keinen Bock, im Geschirr zu laufen – und scheuert sich „wund“.
    Bei der Heilung geht der Schmerz nochmal „revers“ – oder so.
    Die Traurigkeit darüber, dass „ich-man-mensch“ es so gemacht habe …
    Mach weiter – jischo nimnoga, jischo tshutshut ….

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