Um sich selbst kreisend oder nach außen gerichtet

„Geht in alle Welt und verkündet das Evangelium“, war der Auftrag Jesu an seine Jünger. Nach Pfingsten ausgerüstet mit dem Heiligen Geist taten dies die Jünger mit großer Kühnheit und einem heißen Brennen in ihren Herzen, mitten unter Verfolgung und Einsatz ihres eigenen Lebens. Von dem Apostel Paulus heißt es, dass er die ganze Welt mit „dieser Lehre erfüllt“(Apg 17:7).Wir haben es heute mit einer weithin ausgehöhlten und in Tradition erstarrten, kraftlosen Christenheit zu tun. Dies soll keine böse Kritik sein! Nein! All die kleinen und großen Leute, die Gott in ihrer Umgebung unter ihren Bedingungen von Herzen dienen, sieht Gott und es sind bestimmt mehr als 7000, die ihre Knie nicht vor Baal beugen (1.Kö 19:19)! Gott ist auch heute derselbe, der das Herz ansieht und nicht das äußere Gehabe! Doch das Herz muss sich in Taten des Glaubens erweisen. Auch ich selbst beklage an dieser Stelle meine Feigheit, Kraftlosigkeit und Lauheit. Doch ich weiß auch, dass meine eigene Rettung nicht aus Werken, sondern aus Glauben ist.

Viele christliche Gemeinden leben in einer Art „Zentrifugalfalle“. Wir drehen uns hauptsächlich um uns selbst, während „draußen“ die Menschen verloren gehen, weil sie weder etwas von der wahren Kraft des Evangeliums gehört noch sie selbst erfahren haben. Sie halten das Evangelium für eine von vielen Religionen, und in manchen Punkten eher eine schlechte. Sie können einfach von den bestehenden Gemeinden nicht erreicht werden.

Dass Jesus selbst den guten Hirten als jemanden beschrieb, der die 99 Geretteten zurücklässt und das Verlorene sucht, vergessen wir sehr oft. Wir machen es  oft so,  wie es jemand mal sagte:

Die Asche vergangener Feuer erhalten  und das Feuer  vergessen wir. Wir bewahren Traditionen und sie sind uns oft heiliger und wichtiger als das, was Jesus wirklich gesagt hat. Damit werden wir unfähig, die Menschen um uns herum zu erreichen!

Diese und ähnliche Gedanken hatte auch Jeff. Er lebt in den USA, in einer Stadt, in der 70% der Einwohner nicht mit dem Ervangelium erreicht worden sind. Aber er fand einen Weg zu Ihnen, weil er mit dem Status Quo nicht zufrieden war. Seine Geschichte ist nachzulesen in Christianity Today. Hier kann man sie im Orignaltext lesen. Ich hab sie, so gut ich kann, ins Deutsche übersetzt.

Hier ist die Geschichte von Jeff: 

Unser Bezirk ist bekannt dafür, dass 70% nicht zu irgendeiner Kirche gehen. Denken wir mal darüber nach: Das heißt 7 von 10 Familien in unserer Strasse haben keinerlei Verbindung zu irgendeiner Kirche. Um mir das zu verdeutlichen, ging ich auf den Hof, schaute die Straße hoch und runter und zählte 10 Wohnungen. Von diesen 10 waren 7 ohne Verbindung zu einer Kirche. Zumindest traf dies für meine Straße zu. Statistisch gesehen: 8400 von 12000 Einwohnern sind nichtkirchlich. Um klarzustellen, wir haben viele Kirchengemeinden in unserer Stadt und in unserem Bezirk. Einige leisten gute Arbeit, aber sie alle  gleichen sich sehr in ihrem Stil. Doch ich und auch andere hatten eine Vision von einer ganz neuen Kirche in unserer Stadt. Eine, die sich nicht ständig um sich selbst dreht, sondern nach außen gerichtet ist und eine andere Art hat, sich den Nichtkirchlichen zu nähern.

An unserem ersten Sonntag begannen wir mit 100 Leuten. In den nächsten 12 Monaten verdoppelten wir uns. Für viele Menschen würde dies das erste „Kirchenzuhause“ in ihrem Leben sein und wieder andere wollten der Kirche eine zweite Chance geben. Um die 70% Nichtkirchlichen zu erreichen glaubten wir, dass wir „nach außen gewandt“ denken sollten. Damit meine ich, sich Gedanken zu machen, was Nichtkirchliche über Christus und die Kirchen dachten und wie man mit ihnen Kontakt knüpfen könnte. Ein nach außen gerichtetes Denken bedeutet, die Ängste, Vorstellungen, Sichtweisen und die Haltungen der Nichtkirchlichen gegenüber der Kirche zu bedenken. Um dann Kontakt mit diesen Leuten zu bekommen, bedeutet es, dass viele Dinge unbedingt nötig waren, um im Wesen nach „außen gerichtet“ zu sein und die 200er Barriere zu durchbrechen.

Eine nach außen denkende Leiterschaft

Ob es nun die Mitglieder eines Dienstbereichs, die Ältesten oder Team Leiter waren, wir wollten sicher gehen, dass alle über ihren Dienst nachdachten und wie sie mit neuen Leuten in Verbindung treten könnten. Nach außen gerichtetes Denken beginnt mit der Spitze. Das ist hilfreich, die Schranke der nur nach innen gerichteten Vision zu beseitigen. Eine Leiterschaft zu haben, die nach außen denkt, bewirkt, dass der Fokus darauf gerichtet ist, neue Leute zu erreichen.

Nach außen orientierte Dienstbereiche

Das beinhaltet Ereignisse und Aktivitäten zu haben, die im öffentlichen Bereich stattfinden, von der Teilnahme an häuslicher Pflege, Sponsorenschaft an Grundschulen, Teilnahme  an städtischen Versorgungsveranstaltunen bis hin zur Unterstützung von kleinen Hauszellen, Büros oder Restaurants unter der Woche. Das bewahrt davor, alles an einem Ort zu tun. Kurz es bringt uns hinaus in die Gesellschaft.

Nach außen denkende Gottesdienste

Da geht es um den Sonntags-Gottesdienst. Wir ziehen uns absichtlich ungezwungen an, benutzen zeitgemäße Instrumente und Songs, dekorieren mit moderner Beleuchtung, benutzen Technologie und versuchen die Erfahrung der Gäste so angenehm und freundlich wie möglich halten.

Nach außen denkende Sprache

Weil unsere Zielgruppe nichtkirchlich ist, setzen wir voraus, dass sie nicht viel von der Kirchensprache versteht. Ohne das Evangelium zu verwässern, versuchen wir Kirchenphrasen und Begriffe zu vermeiden, die sie in unseren Songs und Predigten nicht verstehen könnten. Wenn wir dann Kirchenbegriffe verwenden, übersetzen wir sie für jeden.

Nach außen gedachte Technology

Da geht es um  unser Web-Seite, den Online-Services, Online Life-Gruppen, E-Newsletters und wie wir Social-Media nutzen für Anzeigen und Werbung. Wir versuchen dies alles so modern wie möglich zu halten.

Zwei Lektionen, die wir auf diesem Weg gelernt haben

Es ist einfacher eine „nach außen denkende Gemeinde“ neu zu gründen, als eine bestehende nach innen gerichtete Gemeinde zu verändern. Die meiste Zeit meines Lebens habe ich existierende Gemeinden als Pastor geleitet und habe sehr hart daran gearbeitet ihren Fokus nach außen zu richten. Einige Fortschritte wurden in diese Richtung in jedem Fall gemacht, aber es ist Realität, eine neue nach außen gerichtete Gemeinde zu gründen ist viel einfacher als eine existierende umzuwandeln. Es liegt schon in ihrer Natur, dass eine neue Kirchenpflanzung ultimativ mehr nach außendenkend ist als eine schon existierende.

Nichtkirchliche wollen eigentlich zur Kirche gehen

Die Leute, die dann zur Kirche gehen haben kein Problem mit Jesus oder ihrer Kirche. Sie haben vielmehr ein Problem damit, wie Christen sie oft dazu bringen, sich abgetrennt, unangenehm oder unerwünscht zu fühlen. Die Leute, die wir erreicht hatten, hätten sich deshalb nicht  nicht auf Gemeinden mit traditionellem Kirchenstil eingelassen.

Ich wohne in einer kleinen Stadt in Missouri, aber ich habe gefunden, wenn du einfach Gott gehorchst und tust, wozu er dich berufen hat, wird er deine Anstrengungen segnen. Der Sprung, eine neue Kirche in einer ländlichen Umgebung zu starten, war gewagt, aber ohne es zu wissen, gab es Leute, die für eine neue Kirche beteten und es gab nichtkirchliche Leute, die bereit waren Gott und seinem Volk eine erste und eine zweite Chance zu geben.

Aber ob du nun eine neue Gemeinde beginnst oder eine existierende beleben willst, tu es! Gott wird helfen!